Newsletter September 2026
Namaste,
Vielleicht kennst du dieses leise Gefühl: Wenn ich nur noch etwas mehr an mir arbeite, noch bewusster lebe, noch mehr meditiere oder die richtigen Methoden finde – dann wird endlich alles leichter. Dann bin ich in meiner Mitte und das Leben kommt ins Fließen.
Und doch zeigt uns die Realität immer wieder etwas anderes. Dadurch, dass wir sehr viel Veränderung in dieser Zeit erleben und auch durch Social Media und die Globalisierung wird das Leben unüberschaubar komplex und die Zukunft weniger vorhersehbar. Das kann Ängste auslösen – eine leise Haltlosigkeit und die Frage: Woran kann ich mich eigentlich noch orientieren?
Es ist verständlich, dass wir nach Antworten suchen. Doch die meisten Theorien kennen wir längst. Wir wissen, wie wohltuend Achtsamkeit, Atemarbeit oder Dankbarkeit sind. Das Wissen ist selten das Problem. Die eigentliche Herausforderung beginnt dort, wo das Leben uns ungeschönt trifft: Wenn Verlust, Unsicherheit oder Enttäuschung anklopfen. Wenn alte Ängste wach werden und sich das Gedankenkarussell dreht.
Gerade in der spirituellen Welt entsteht dabei oft unbemerkt wieder ein neuer Perfektionsanspruch der schnell dazu führen kann,- wenn etwas nicht funktioniert oder schwierig ist, dass wir das Gefühl haben, etwas falsch gemacht oder versagt zu haben.
Doch echte Spiritualität nimmt uns den Schmerz nicht ab und verspricht keine Fehlerfreiheit. Sie lädt uns vielmehr dazu ein, die verschiedenen Ebenen unseres Daseins zu verstehen und die Unterscheidungsfähigkeit zu schärfen: Wo kann ich aktiv gestalten und heilen – und wo braucht es mein hingebungsvolles Annehmen?
Einerseits gibt es die existenziellen Tatsachen unseres Lebens – Schicksalsschläge, Krankheiten und unsere Endlichkeit. Auf sie haben wir manchmal wenig Einfluss. Häufig sind das sehr komplexe Zusammenhänge die wir in manchen Lebensphasen gar nicht erkennen können, und somit sind wir auch nicht in der Lage es präventiv zu verhindern. Da spüren wir den Kontrollverlust sehr deutlich. Die Erfahrung ist dann der Weg. Es macht damit auch keinen Sinn, gegen das anzukämpfen, was bereits da ist, oder sich dafür die Schuld zu geben. Hier geht es vor allem um die Haltung, mit der wir diesen Realitäten begegnen. Hier dürfen wir echte Resilienz entwickeln und üben, dem Leben mit einer kraftvollen, zähen und optimistischen Haltung zu begegnen.
Andererseits erleben wir die zwischenmenschliche Ebene. Das meiste Leid fügen wir Menschen uns gegenseitig zu – meist unbewusst, getrieben von eigenen Verletzungen und übergenerationellen Familienmustern. Genau hier liegt jedoch auch unsere größte Wirksamkeit.
Da das Beziehungsthema eines der tiefsten Themen überhaupt ist – und letztlich auch Der! Schlüssel für eine friedlichere Welt –, wird uns auf diesem Weg im Moment einiges abverlangt.
Beziehungen finden ständig und überall statt – nicht nur im Privaten, sondern auch im beruflichen, gesellschaftlichen und politischen Raum sowie in unserer Beziehung zu uns selbst, zur Umwelt und zur Natur. Wo diese Verbindungen gestört sind, entstehen Trennung, Kälte, Härte und Leid.
Mit ein „bisschen Selbstreflexion“ kommen wir meistens nicht mehr weiter. Wir leben in einer Zeitenwende: die Büchse der Pandora ist geöffnet! Verletzungen, alter Schmerz, Macht und Ohnmacht, Ängste und tiefe Prägungen zeigen sich mit einer Intensität, der wir kaum noch ausweichen können.
Deshalb erleben viele Menschen das Thema Partnerschaft und Beziehung gerade als besonders herausfordernd. Ob in einer konfliktreichen oder toxischen Beziehung, in einer scheinbar stabilen Partnerschaft mit wenig echter Verbindung oder als Single, der immer wieder die gleichen Erfahrungen macht – dieses Thema möchte jetzt in seiner ganzen Tiefe betrachtet werden. Es geht dabei um unsere persönlichen Themen, um die Muster, die wir kollektiv in uns tragen, und auch um die spirituelle Dimension von Beziehung. All das möchte gesehen, verstanden und verwandelt werden. Und wie oben schon angedeutet, zeigen sich all diese Konflikte deutlich in allen Systemen wo Menschen sich begegnen, und gerade politisch zeigen sich diese Schatten derzeit erschreckend deutlich.
Wenn wir beginnen, diese Prägungen tief zu klären und unser Herz weit zu öffnen, verändert sich nicht nur unser eigenes Erleben, sondern unser gesamtes Umfeld. Die tiefen Ebenen der Beziehungsmuster und Prägungen zu bearbeiten kann auf unterschiedlichste Weise stattfinden, wie z.Bsp. mit psychologischer-, energetischer oder spiritueller Arbeit. Die Buddhistische Psychologie verbindet die Methoden dieser Richtungen mit meditativer Praxis. Das Besondere in tiefer Meditation kann sein, dass wir mit einer göttlichen Energie in Kontakt kommen können. Dieser Erfahrungsraum ist so friedlich und voller Liebe, was nicht nur sehr heilsam ist, sondern einen völlig neuen Blick auf alles eröffnet.
Wie tiefgreifend Heilung für das Familiensystem sein kann, zeigt sich auch auf berührende Weise in der Arbeit mit Verstorbenen. Für mich wird diese Arbeit immer bedeutender und ist überraschend heilsam. Ob man daran glaubt oder nicht: man kann mit Verstorbenen Kontakt aufnehmen. In Deutschland ist das noch weitgehend unbekannt, in anderen europäischen Ländern ist das schon sehr geläufig. Über mediale Kontakte oder direkte Impulse aus der geistigen Welt der Verstorbenen entstehen oft Momente, die der Verstand kaum greifen kann. Wenn wir erleben, wie sich jahrzehntealte Verletzungen – etwa zu einem Eltern- oder Großelternteil, oder der Schmerz über den frühen Tod eines Kindes oder einem geliebten Menschen – jenseits der physischen Welt plötzlich in einer tiefen, liebevollen Energie auflösen, bringt das eine völlig neue Prägung in unser Familiensystem. Es ist eine blitzschnelle Befriedung, die uns im Hier und Jetzt erlaubt, aus alten Ängsten und Prägungen aufzuwachen. Und natürlich ist alles, was unser Herz tief berührt unglaublich heilsam: das kann die Verbindung zur Natur sein, zu Tieren, zu schönen Erfahrungen mit liebevollen Menschen und zur geistigen Welt, in welcher Form auch immer diese sich zeigt.
In dieser Öffnung wird es plötzlich still in uns. Der Drang, das Glück krampfhaft im Außen zu suchen, löst sich auf. Wir spüren eine tiefe Erinnerung an unsere wahre Natur und erfahren die tragende Gewissheit: Ich bin genug. Ich bin getragen. Ich bin geliebt.
Ich wünsche euch noch einen zauberhaften Sommer mit viel Liebe und Frieden im Herzen und freue mich, den einen oder anderen in den kommenden Seminaren begrüßen zu dürfen.
Herzlich, Simone